Klaus Bertelsmann

lebt heute in Wiesbaden. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht der Versuch, die Trennung zwischen Natur und Kunst durch eine Übertragung der Naturrhythmik auf den Gestaltungsprozeß zu überwinden. Viele Bilder Klaus Bertelsmanns gelten der Tiefendimension unseres Daseins, die Martin Buber als das noch „Ungeschiedene“ bezeichnet hat, wo Gegensätze nur Polaritäten eines Ganzen sind.

Bertelsmann weiß, daß aus den technischen Kreisläufen unserer Sekundärwelt eine Regeneration schöpferischer Kräfte nicht möglich ist. Wir brauchen die Rückbindung an die Ursprünge unserer Existenz. Das Elementare des jeweils individuellen Lebens findet sich in Übereinstimmung mit den Rhythmen der Natur.

Allen seinen künstlerischen Äusserungen, so verschieden sie im Thema, in der Technik, im Grad der Abstraktion sein mögen, liegt etwas Einheitliches zugrunde, was über formale Kategorien hinausgeht, eine einheitliche „Weltschau“, die nicht mit einer bestimmten „Weltanschauung“ im gebräuchlichen Wortsinn identisch ist, und der Wille, für die sichtbare Erscheinung und für die geheimeren Bezirke der Schöpfung, den Prozess des Werdens das künstlerische Äquivalent zu finden.“
Gottfried Sello (DIE ZEIT)